In der Schweiz wie in der restlichen Welt sind die betroffenen Stellen in den Bereichen wie Gesundheitswesen, Veterinärmedizin, Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft besorgt über das Auftreten und die Ausbreitung der Resistenzen von Bakterien gegen Antibiotika. Falls die Entwicklung anhält, besteht Gefahr, dass bald keine Antibiotika mehr gegen eine Reihe von klinisch wichtigen Bakterien wirksam sind. Umso mehr als in der pharmazeutischen Forschung in absehbarer Zeit keine neuen Klassen von antibakteriell wirkenden Substanzen in Sicht sind. (Mehr zu diesem Thema: Das Problem der Antibiotikaresistenz, Die Situation im Ausland oder Forschungsstand in der Schweiz)
Verantwortlich für die Selektion von Resistenzgenen bei krankheitserregenden Bakterien, aber auch bei Kommensalen und Umweltbakterien, ist der Antibiotikaeinsatz. Die Resistenzgene können sich verbreiten und ihre Übertragung in krankheitserregende Bakterien erschwert oder verunmöglicht sogar eine Therapie.
Das NFP "Antibiotikaresistenz" hat den Auftrag:| i) | wissenschaftliche Strategien und neue Methoden für ein prospektives Resistenz-Überwachungssystem zu entwickeln; |
| ii) | eine Übersicht über die gegenwärtige Situation der Antibiotikaresistenz in allen betroffenen Bereichen wie Human- und Tierpopulationen, Nutztierhaltung, Lebensmittel und Umwelt in der Schweiz zu erstellen; |
| iii) | die Mobilität von resistenten Bakterien und Resistenzgenen zu bestimmen und die aus dem Auftreten von Resistenzen in den betroffenen Bereichen resultierende Gefahr für die medizinische Therapie zu ermitteln; |
| iv) | molekulare Studien zur Resistenzbildung bei Bakterien zu fördern, um neue Erkenntnisse für die Entwicklung von Antibiotika und In-vitro-Nachweistechniken zu gewinnen; |
| v) | die sozialen, rechtlichen, ethischen und wirtschaftlichen Konsequenzen der Bildung von Antibiotikaresistenzen und einer allfälligen Neureglementierung des Antibiotikaeinsatzes abzuschätzen. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden für folgende Bereiche von Bedeutung sein: Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Bakteriologie, pharmazeutische Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft. |
Für die Durchführung dieses multidisziplinären Programms steht ein Betrag von 12 Millionen Franken für die Dauer von 5 Jahren zur Verfügung.



